Archiv für September 2012

Luxuslärm vs. Ich kann Fliegen – September 2012

Sonntag, 30. September 2012

Tach auch...

Am Freitag Abend war es wieder einmal so weit. Der Bundesvision Song Contest 2012 wurde zelebriert. Es ist die einzige Show dieser Art, die ich mir freiwillig anschaue, weil sie ohne viel Gedöns als Wettbewerb für Musiker vor einigen Jahren aus dem Boden gestampft wurde. Jedes Bundesland schickt einen Vertreter und an einem einzigen Abend wird der Sieger ermittelt. Dieses liegt dann im Ermessen des Geschmack eines jeden selbst. Es treten mittlerweile etablierte Musiker und ganz unbekannte Künstler und Bands gegeneinander an und Messen ihre Kräfte. Vor allen für die Unbekannten ist es eine große Chance, sich einem deutschlandweiten Publikum zu stellen. Das sollte den Reiz der Veranstaltung für den Nachwuchs ausmachen.

Im Grunde kann ich es mir einfachmachen. Schaue mir alle Beiträge an und entscheide während des Auftritts, ob mir die Beiträge gefallen oder nicht. Wer eine positive Einschätzung meinerseits bekommt, den suche ich noch während der Sendung im Internet heraus und führe mir weitere Song zu Gemüte. So kann ich mir ein umfassenderes Bild von dem Musiker oder der Formation machen. Dass ich mir dabei den Luxus erlaube, nur nach meinem Empfinden und Geschmack zu handeln, liegt vor allen daran, dass mir von je her ein gewisser Patriotismus fehlt und ich meine Entscheidungen in der Musik rein aus meiner Gefühlsintention treffe. So bin ich zu vielen musikalische Richtungen gelangt, die meinen musikalischen Horizont erweitern und bereichern. Zu den nennenwerten Musikbeiträgen an diesem Abend gehören:

THE LOVE BÜLOW – Der Musikbeitrag aus Mecklenburg Vorpommern konnte mich trotz seiner eingepassten Rap – Passagen überzeugen. Er wird durch sein melodisches Grundkonzept getragen und überzeugt vor allem in seiner Gesamtheit aus Musik, Interpretation und textlicher Gestaltung. Diese Formation wurde 2008 gegründet und hat teilweise seine Wurzeln in Mecklenburg Vorpommern, was ihnen sicher die Startposition für dieses Bundesland eingebracht haben sollte. Ihre Musik beschreiben sie auf ihrer Webseite als Mischung aus Indie und Rap… mehr über die Band

SCHNÈ – Der Musikbeitrag aus Bremen hat mich vor allem durch den gelungenen Song überzeugt. Er ist melodisch, was ich in meinem Leben immer bevorzuge, geht gut ins Ohr und lädt recht schnell zum mitschnippen ein. Ein wenig Abzüge gibt es von mir für die Live Interpretation. Der Frontfrau war die Nervosität in der stimmlichen Umsetzung deutlich anzuhören, was ich aber nicht als Manko herausstellen möchte. Schaut man sich den Song auf der Webseite der Formation an, kommt dieser besser herüber und glänzt in Vollendung. Dieses wird sich bei zunehmender Livepräsenz auf größeren Bühnen noch regulieren. Ich würde zumindest diese Art der Musik gern weiterempfehlen… mehr über die Band

ICH KANN FLIEGEN – Der Musikbeitrag aus Niedersachsen war für mich die große Überraschung des Abends, auch wenn der Song “Mich kann nur Liebe retten” von Annette Humpe eher im ruhigen Lager angesiedelt ist. Die Art von Gitarrenrock, den sie in in diesem Song verbreiten ist genial auf die Stimme des Sängers abgestimmt. Ihnen würde ich zutrauen, sich in den nächsten Jahren so entwickeln zu können, wie es Jupiter Jones in den letzten Monaten getan haben. Vor allen die Songs, die man sich im Web von dieser Formation anschauen kann sind klassischer Rock, der sich ein wenig an Sportfreunde Stiller anlehnt, aber sehr eigene charakterliche Züge trägt. Vor allen freut mich, dass doch verstärkt junge Bands und Musiker wieder sehr viel Wert auf die textliche Umsetzung ihrer Songs hegen. Mit Abstand ist diese Band meine Nummer 1 unter den unbekannteren Bands des Abends… mehr über die Band

LUXUSLÄRM – Der Musikbeitrag aus NRW ist eine hammerharte Rocknummer, die in Perfektion an diesem Abend vorgetragen wurde. Die Nummer donnert richtig über die Bühne und verfällt phasenweise bis in härtere Gefilde des Rock, die mir vor allem sehr liegen. Musikalische Umsetzung und Interpretation können überzeugen und geben den besten Sound des Abends wieder. Dabei ist die Band keine unbekannte Variable für mich. Sie hat mich mit ihrem melodischen Rock schon vor einigen Monaten geködert. Schon für ihr Album “Karussell” habe ich in meinem alten Blog Werbung gemacht. Zur Zeit ist die Band auf einem guten Weg, den sie hoffentlich in dieser sympathischen Art weitergehen möchte… mehr über Band

Im Endeffekt war es aus meiner Sicht ein “Kopf an Kopf” Rennen zwischen LUXUSLÄRM und ICH KANN FLIEGEN. Hier könnte ich mich heute noch nicht entscheiden, wem ich die vollen 12 Punkte geben hätte. Das war aber ja auch von meiner Seite nicht nötig. Glückwunsch an die Formationen, die ich hier genannt habe. Glückwunsch aber auch an den Sieger der Veranstaltung und an alle Teilnehmer des Abends. Sie haben deutlich gezeigt, dass uns um die deutschsprachige Musik nicht Angst und Bange werden muss. Wir haben auch in Zukunft großartige Acts. Alles andere regelt überwiegend der Geschmack und dieser ist stärker als Patriotismus oder dem Abhängigkeitsgefühl sich begeistern zu müssen…

Tschau...