Archiv für Februar 2013

…und wie Du wieder aussiehst – Löcher in der Hose, und ständig dieser Lärm! – Februar 2013

Donnerstag, 28. Februar 2013

Tach auch...

Es ist ein Thema an dem ich in diesen Tagen nicht so recht vorbeikommen kann, selbst wenn ich es vielleicht gar nicht wirklich darauf anlegt habe. Trotzdem bekommt man von der Leichtmetall – Musikwelt ein Album so eindringlich und medial um die Ohren geballert, dass es einen nicht wundert, dass dieser Versuch eines fast schon vergessenen deutschsprachigen Volkskünstler im ersten Viertel des zweitausenddreizehnten Jahres nach der Geburt Jesu Christi erfolgreich einschlägt und unsere musikalische Welt nachhaltig erschüttern sollte.

Nicht zuletzt hieran sieht man, wie wichtig das Instrument der medialen Nutzung in unserer oberflächlichen Gesellschaft geworden ist, in der eine blutrünstige Überschrift eines Revolverblattes mehr Gewicht bekommt, als ein inhaltsreicher und journalistisch einwandfreier Bericht, von dem ich hier meilenweit entfernt bin, um einigen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ich glaub, dass dieses Phänomen, was sich in den letzten Tagen kurioser Weise neuerlich verbreitet und was ich bis zum heutigen Tage eher verschweigen mochte, fast schon wichtiger zu sein scheint, wie die eigentliche musikalische Leistung, die hinter diesem Coverprojekt mit ziemlicher Sicherheit auch steckt.

Zu allererst einmal großen Respekt gegenüber dem Schlager- und Volksliedsänger HEINO, dass er auf MIT FREUNDLICHEN GRÜSSEN sich solchen Songs annimmt und sie versucht in sein musikalisches Universum einzubinden. Da gehört bestimmt eine Menge Mut und Selbstvertrauen dazu, sich in diesem Stil einer gereiften Generation, die ich ja überwiegend mit Volksmusik und Heino gedanklich verbinde, zu präsentieren. Hier gab es bestimmt nicht nur wohlwollenden Zuspruch und Anerkennung! Trotzdem springt ein Nummer 1 Hit Album heraus! Es scheint sich also zu bewahrheiten, dass man in der Musik eingefahrene Bahnen verlassen sollte, um auf neuen Pfaden die Menschen, wenn auch nicht immer die selben, beeindrucken zu können. Das habe ich so oft auch auf meinem kleinen Webversuch beschrieben und hervorgehoben. Warum soll ich es jetzt einem Volkmusiksänger absprechen, nur weil er in einer musikalischen Welt agiert, die mir völlig fremd ist und der ich wenige bis keine Aufmerksamkeit widmen möchte.

Geschmacklich kann Heino mich aber gar nicht überzeugen. Da hilft auch kein lustiges Shirt und ein Totenkopfring am Finger! Keines der kleinen Webpräsentationen, die man auf Youtube zu sehen bekommt, animiert mich meinen Geldbeutel zu öffnen. Sorry Heino, aber da haben mich die Coverprojekte von ATROCITY oder AXXIS schon eher angesprochen. Dabei ist das Projekt von AXXIS erst im letzten Jahr in den Handel gelangt und ich werde es in diesem Jahr noch ein wenig intensiver auf meiner Webseite behandeln. Allein der kurze Abstand des Erscheinungzeitraums der Alben von Heino und Axxis zeigt deutlich das Verhältnis von Musik, Medien und ihre Abhängigkeit zueinander.

Was wäre hier passiert, wenn es bei Axxis genau so einen medialen Aufschrei gegeben hätte? Vielleicht hätte Axxis mit einigen Schlager Cover Songs der Volksmusikszene den selben Effekt auslösen können! Wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass aus dieser Szene nicht so viel Neugier gekommen wäre, wie vielleicht aus einigen Fankreisen der Songs, denen sich Heino angenommen hat. Sei es drum! Lieber Axxis auf reDISCover(ed) als in Lederhose und Trachtenjanker…

Tschau...