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Tina Dico?s großartige Stimme stemmt sich gegen die Ulmer Zeltflaute – Juni 2013

Freitag, 28. Juni 2013

Tach auch...

Tina Dico, die dänische Popsängerin und Songwriterin, wie sie in wikipedia.de bezeichnet worden ist, sorgt dafür, dass zumindest im Ulmer Zelt sich die Massen tummelten und so eine kleine bürgerliche Festivalstimmung aufkommen kann. Sonst große Leere! Das Festivalgelände wirkt selbst am Donnerstagabend wie eine Geisterstadt, die Hobbyfotografen als Stillleben dienen könnte. Es ist schon erschreckend, wie wenige Ulmer es in die grüne Lunge der Stadt an der Donau in diesem Jahr ziehen mag, um vielleicht einen kleinen Abstecher an das Ulmer Zelt zu machen.

Kurios, dass der veranstaltende Verein richtig Glück mit dem Hochwasser gehabt habe und nun macht der Sommer, der seinen Namen nicht verdient, den Bemühungen, eine zentrale Begegnungstätte für die Ulmer, die Besucher der Stadt und die Künstler zu schaffen, einen Strich durch die Rechnung. Schon letzte Woche gab es Meldungen in der örtlichen Presse, dass die 27. Spielzeit der Festivalgeschichte wohl nicht mehr mit einem ausgeglichen Etat herausgehen wird. Schade, ich mag solche kleinen Events, auch wenn ich selbst nach weit über 40 Sommerzeiten immer noch einem Outdoor Feeling etwas abgewinnen kann.

Mit Sicherheit liegt es in meinen Augen nicht nur am miesen Wetter! In der Region herrscht im im Allgemeinen ein wenig unkoordinierte Bewegung in Sachen Musik. Ich würde es auch nicht nur einem Verein zuschreiben wollen, der als ?Leise? in der Region sich einen Namen gemacht haben sollte. Spätestens seit der Gründung von einem weiteren Bürgerverein Namens ?Stadtempfinden? können sich die Verantwortlichen der Stadt nicht wirklich mehr hinter ihren Schreibtischen verstecken. Sie tragen genau so ihren Teil dazu bei, dass die Situation in der Stadt so ist, wie sie sich jetzt darstellen mag. Sei es drum, die Verantwortlichen des Ulmer Zelt müssen sich in Zukunft Gedanken machen, ob die gastronomische Wichtigkeit noch als tragende Säule des Festivals fungieren kann. Nicht auszudenken, wenn es im nächsten Jahr wieder solche bescheidenen Temperaturen im Festivalzeitraum geben sollte und gleichzeitig die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien die Besucher vom Gelände lockt! Das aber nur am Rande!

Vielmehr habe ich mich auf mein jährliches obligatorisches Konzertempfinden gefreut, nachdem es vor einigen Jahren überwältigende Kritiken für eine dänische Singer-/Songwriter gegeben hatte. Mir fiel es nicht schwer, mich in diesem Jahr für diese Veranstaltung zu entscheiden, auch wenn es musikalisch wieder ein Experiment werden sollte. Tina Dico kenne ich nur von einem Live Album, bei dem sie mit dem dänischen National Orchester auftritt. Ihre eingängigen Pop Songs überzeugen dabei, ohne dem Orchester auch nur den geringsten Hauch von Schwierigkeiten zu bereiten.

Auch an diesem Abend im vollen Ulmer Zelt konnte sie von ihrer überwältigenden Fähigkeit, Menschenmassen zu bewegen, profitieren. Von der ersten Sekunde hatte sie die zahlreichen Konzertbesucher, von denen sicher etliche auch schon beim letzten Auftritt im Ulmer Zelt dabei gewesen sind, im Griff. Und dass nicht mit übertrieben Gesten oder wildem musikalischen Ausschweifungen. Nein! Sympathisch, überwiegend akustisch und zurückhaltend agiert die Dänin auf der Bühne. Dieses strahlt für mich zumindest Selbstsicherheit aus, die sie auch haben darf. Bei der Stimme!

Sie ist das Highlight des Konzerts, die durch die begleitenden Musiker in exzellenter Form ins richtige Licht gesetzt worden ist. Tina Dico beherrscht sowohl die poppigen Rhythmen, als auch die sehr leisen Töne, bei dem man eine Stecknadel im Ulmer Zelt hätte fallen hören können. Ihre faszinierende Art mit dem Publikum zu kommunizieren ist phänomenal.

Ich glaub bei ihr steht das gemeinsame Musikerlebnis mit dem anwesenden Publikum im Vordergrund, bei dem ihr es scheinbar wichtig genug erscheint, dass die Leute mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Ich denke, dass sie dieses nicht nur bei mir erreicht haben sollte. Wer einmal Tina Dico in seiner näheren Umgebung Live spielen sehen kann, der sollte sich dieses nicht entgehen lassen…

Tschau...