Archiv für Januar 2014

Das Trans Siberian Orchestra beeindruckt mit einer gigantischen Rockshow in Stuttgart – Januar 2014

Freitag, 24. Januar 2014

Tach auch...

Es ist Mitte Januar! Temperaturen im leichten zweistelligen Breich lassen einem aber eher ein Gefühl von Frühling empfinden. Da kommt mein erstes Konzert des Jahres gerade recht. Unter dem Slogan ?Winter Tour? präsentiert sich das TRANS SIBERIAN ORCHESTRA (TSO) in diesen Tagen zum zweiten Mal in Stuttgart. Dabei kann ich mich noch sehr gut an ihren letzten Auftritt aus dem Jahr 2011 erinnern, bei dem sie ihre Rockoper ?Beethovens last Night? bühnentauglich umgesetzt haben.

Suttgart ist nicht nur die sechstgrößte Stadt in Deutschland, sondern bildet mit dem Sitz der Landesregierung das politische Zentrum des Budeslandes Baden Württemberg. Es ist das erste und bisher einzige Bundesland in Deutschland, das einen Ministerpräsidenten der umweltpolitischen Partei Bündnis 90/Die Grünen stellt. Der Konflikt um den Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhof war dabei einer der zentralen Streitpunkte, die über die Grenzen von Stadt und Land hinaus bekannt geworden sind! Winfried Kretschmann führt seither unspektakulär die Geschicke des Landes im Bund. Seine eher konservative Art und sein ruhiges Wesen machen ihn zum Sympathieträger und positiven Aushängeschild einer Region, deren Bewohner als streitbar, eigenwillig und gelegentlich auch unsymphatisch in anderen Regionen von Deutschland wahrgenommen werden. Wobei man auch hier genug Leute kennen lernen kann, die diesem Bild in keinster Weise entsprechen.

Stuttgart

Die Porsche Arena ist der diesjährige Austragungsort der Veranstaltung. Diese Halle bildet gemeinsam mit der Stuttgarter Schleyerhalle das Event- und Veranstaltungsgelände im Neckarpark. Die Porsche Arena gilt als kleiner Bruder der Schleyerhalle, in der neben Konzerten auch etliche Sportveranstaltungen stattfinden. In direkter Nachbarschaft befindet sich der Cannstatter Wasen, die Mecedes Benz Arena und das Mercedes Benz Museum, bei dem ein Abstecher in die Welt des Automobil lohnenswert ist.

Die Europa Gigs des TRANS SIBERIAN ORCHESTRA sind als Zusatzshows zu der alljährlich stattfindenden Ost- und Westküstentour des nordamerikanischen Musikprojekts zu verstehen. In Amerika touren zwei 60köpfige Bands unabhängig voneinander und bespaßen gleichzeitig die Küstenlinien. Hier sind zwei Veranstaltungen am Tag keine Seltenheit! Somit ist ein wenig nachzuvollziehen, warum das Musikprojekt mit unglaublichen Zahlen an Ticketverkäufen aufwarten kann. Ich denke sogar, dass die Fans und Musikfreunde in den Staaten den finanzierbaren Boden legen, um auch bei den Europagigs mit ansprechenden Shows auftreten zu können. Diese gelten unter Freunden von progressiven Rock, Metal-, Savatage- und Rock Opera Fans als Geheimtipp.

TSO

Dass die Porsche Arena nicht ausverkauft ist, stört die wenigsten der anwesenden Besucher. So treffen Fans von Rockbands, Metalbands, Rockprojekten und einfache Musikfreunde aufeinander. Schon allein bei den Begegnungen untereinander spürt man deffinitiv, dass es keine Rolle spielt, woher der Einzelne kommt oder über wen er sich definiert. Ein beeindruckendes WIR Gefühl baut sich an diesem Abend auf, bei dem die Konzertbesucher es sichtlich genießen, dass die Mitglieder des TSO sich in Europa zeigen, auch wenn die Scharr der Musikfreunde hier um ein vielfaches kleiner ist. Nichts desto trotz können die beteiligten Damen und Herren des Ensembles ihren persönlichen Siegeszug am Abend feiern. Immer wieder verwandeln sie die Arena in eine Hall of Fame des Rock, bei der sich die Konzertbesucher bereitwillig aus ihren Sitzen der komplett bestuhlten Halle herausbewegen.

Der Konzertabend wird mit einem gesunden Querschnitt von Tracks der Rock Opern, die das Musikprojekt und Savatage in den letzten Jahrzehnten veröffentlicht haben, gefüllt. Neben wunderschönen Songs greift das TSO aber auch einige Klassiker auf, die schon hunderte Jahre auf dem Buckel haben. So sind Rockvariationen von Beethoven bis Mozart während des Liveauftritts zu vernehmen. Allein die Interpretation einiger Songs lässt darauf schließen, dass hier doch einige Gastmusiker über mehr als nur Rockbühnenerfahrung verfügen. Zu den Akteueren der Solo Parts gehörten Rob Evan, Robin Borneman, Nathan James, Chloe Lowery, Kayla Reeves, Jeff Scott Soto, Andrew Ross und einige andere mehr.

TSO

Grandios war aber auch das Zusammenspiel der Musiker der Band mit der Strings Fraktion unter der Leitung von Asha Mevlana. Obwohl es negative Satements über die Akustik in Richtung der Porsche Arena vorab im Web zu lesen gab, so konnte ich von diesem Manko nichts spüren. Die Technik – Crew scheint einen Weg gefunden zu haben, der der Halle das Letzte an akustischer Stimmung abgewonnen und so dem Anspruch der Musik des TRANS SIBERIAN ORCHESTRA mehr als gerecht geworden ist.

Vielleicht hat mich hier aber die gigantische Licht-, Laser- und Feuershow ein wenig im positiven Sinne beeinflussen können. Allein die Harmonie zwischen der Musik und den Effekten war schon sehr beeindruckend. Jeder Song wurde, durch den Einsatz der multimedialen Elemente, zu einem Wunderwerk der visuellen Verführung. Die Perfektion und Detailverliebtheit während der Inszenierung eines Rockkonzerts waren an diesem Punkt besonders zu greifen. Die Amis verstehen sich halt auf so eine Präsentation und definieren sicherlich den Gedanken von Show in gewissen anderen Dimensionen. Spätestens jetzt möchte ich Ihnen eigentlich mit tausenden Worten beschreiben, was ich an diesem Abend erleben durfte. Aber irgendwie schwirren mir verdammt viele Bilder durch den Kopf, ohne dass mir die passenden Worte zu diesen einfallen würden. Ich denke, dass es auch besser sein dürfte, wenn man sich dieses Spektakel mit den eigenen Augen und Empfindungen erschließen sollte.

Ich danke dem Trans Siberian Orchestra, der Road Crew und dem Veranstalter der Tournee, dass sie sich erneut auf das Abenteuer Europa eingelassen haben…

Tschau...