Archiv für März 2014

Die beste ?Rock meets Classic? Ausgabe, die ich bisher gesehen habe! – März 2014

Montag, 24. März 2014

Tach auch...

Es ist schon einige Tage her, dass ich meine persönliche dritte Auflage des Oldie Symphonic Spektakel ?Rock meets Classic? in der Neu Ulmer Ratiopharm Arena erleben durfte. Irgendwie gehöre ich nun mittlerweile zu den Stammgästen des außergewöhnlichen Musikevents, was seit etlichen Jahren den Beweis antritt, dass die Welthits von gestern auch im Hier und Heute ihre Magie nicht verloren haben.

ROCK MEETS CLASSIC 2014

Dabei werden die Songs in ein Gewand aus klassischen Orchesterarangements gesteckt, die mehr oder weniger gut hörbar funktionieren. Das ist aber den meisten Besuchern des Konzertabends relativ egal. Das Konzept aus All Star und Oldie Konzert geht auch im Jahr 2014 bei den Besuchern auf und lässt im zweiten Teil des Abend die Stimmung überkochen. Dabei lag dieses aber nicht an den Besuchern oder den anwesenden Gästen auf der Bühne. Ein wenig übertriebener Ordnungssinn der Hallenmitarbeiter bremste jegliche Euphorie in der Anfangsphase, die erst durch eine Bitte vom musikalischen Leiter Mat Sinner an die Ordner aufgelöst wurde.

Verschweigen möchte ich aber auch in diesem Zusammenhang nicht, dass der Ordnerdienst einen freundlichen Eindruck hinterlassen und den Besuchern beim Finden ihrer Plätze mit wohlwollender Hilfe zur Verfügung gestanden hat. Dass ein ordnender Blick nicht ganz abwegig erscheint, zeigen die Momente, bei dem sich am Schluss noch einmal alle Gäste präsentierten. Wenn hier ein Musikfreund seine fanatischen Emotionen nicht unter Kontrolle behalten kann und kurzzeitig auf die gut einsehbare Bühne steigt, wo allen auf der Bühne und in der Halle der Atem stockt, dann braucht man sich über die Ordner nicht wundern und hegt zuweilen auch ein wenig Verständnis für diese.

Es ist, gerade in so einem Fall, wo die Bühne so angelegt wird, dass auch in den ersten Reihen des bestuhlten Konzerts eine ungehinderte Sicht auf das gesamte Geschehen auf der Bühne möglich ist, ein Geben und Nehmen. Darüber sollte der Musikfreund, der zurecht von den Bandmitgliedern von der Bühne gejagt wurde, einmal nachdenken! Soviel aber nur am Rande!

Der Reiz, der von diesem Event der Hertlein Konzert Gmbh ausgeht, ist vielschichtig. Zum Einem liegt es an meinem Interesse für symphonische Kombinationen mit einfacher Unterhaltungsmusik, zum Anderen zieht das All Star Feeling der wechselnden Gaststars mich immer wieder zu diesem wunderschönen Event. So habe ich die Möglichkeit, Songs aus dem Radio nun einmal Live mit den Original Sängern zu erleben. Dabei schreibe ich hier nicht von irgendwelchen Null Acht Fünfzehn Liedern. Nein! Es geht um Hits, die um die gesamte Welt gegangen sind und deren Interpreten Ruhm und Anerkennung zuteil geworden ist. Hier von einem Altersruhesitz zu reden wäre völlig Fehl am Platz. Es ist Musikgeschichte, die man an so einem Abend Live erleben darf! Hier verbindet das Konzept nicht nur den klassischen Stil, sondern auch die Klassiker in der Musik.

Bei meiner dritten Auflage des Events kann ich somit wieder einige Häkchen hinter weiteren Musikgrößen machen, die ich nun Live erleben durfte. Allein Kim Wilde habe ich schon einmal im Ulmer Zelt erlebt. Sie hat sich ja schon einmal bei einem ?Classic meets…? Projekt beteiligt, was man auf diversen Video Portalen nachvollziehen kann. Mit ihrem eingängigen 80er Jahre Pop schlägt sie ein Brücke in ein anderes Fach der Musik, was dem Konzept ?Rock meets Classic? für die Zukunft Möglichkeiten bietet, die sie auch nutzen sollten, um die musikalische Vielfalt zu erhöhen. Mit ?you came?; ?cambodia?; ?you keep me hanging on? und ?kids in america? kann sie zumindest voll überzeugen und lässt zeitweise dem Orchester aus Prag gehörig den Vortritt.

Mick Box & Bernie Shaw; Joe Lynn Turner und Migde Ure sind folgerichtig für mich bisher unbekanntes Land, die aber einen sehr guten Endruck hinterlassen konnten. Mit ihren Bands Uriah Heep, Rainbow und Ultravox haben sie musikalische Geschichte geschrieben, als ich noch im Sandkasten gebuddelt habe. Ja sogar ein Song namens ?lady in black? hat mittlerweile genau so viel Sommer erlebt wie ich! Nicht desto trotz überzeugen alle sowohl mit ihren Songs, als auch im Zusammenspiel mit dem Bohemian Symphonic Orchestra Prague. Erstaunlich, was für Songs man doch selbst als einer der jüngeren Konzertbesucher kennt, wenn man sie hört! So sollten ?dancing with tears in my eyes?;?i surrender?; ?easy living?; ?free me? und das besagte ?lady in black? doch einigen etwas sagen. Mit ?july morning? liefern Mick Box & Bernie Shaw das intensivste “Rock meets Classic” Erlebnis des Abends ab, dass neben seinem klassischen Arangement schwer im progresiven Sound der 70er aufgeht.

Das Orchester ansich spielt an diesem Abend verschiedene Rollen. Mal ist es das tragende Gerüst (vor allen bei den ruhigen Songs), dann wieder gleichwertiges Bandmitglied und es lässt sich auch in den Hintergrund zurückfallen, um gelegentlich fast völlig hinter dem Rock Sound der Mat Sinner Band zu verschwinden. Letzteres tut aber der Stimmung in der Halle keinen Abbruch. Im Großen und Ganzen ist das Setup zwischen Rockband, Gaststars und Orchester gelungen, so dass ich zufrieden nach dem Konzert nach Hause gegangen bin. Die Solo Parts des tschechischen Orchester fügen sich dabei angenehm in das Konzept der Show ein, von denen ich auch in Zukunft weiteres hören möchte.

Ohne den anderen Mitstreitern zu nahe treten zu wollen, so ist Alice Cooper der uneigeschränkte König des Abends. Der Schock Rocker liefert auch Zweitausendvierzehn eine Mördershow ab, bei der er die Rocksau regelrecht über die Bühne jagt. Schnell vergisst man hier, dass dieser extravagante Musiker schon seit 1968 in diesem Geschäft sein Unwesen treibt. Mit ?hello hooray?; ?house of fire?; ?no more mr. nice guy?; ?only women bleed?; ?welcome to my nightmare?; ?poison? und ?school?s out? bringt dieser die Halle regelrecht zum Kochen und setzt einen der würdigsten Schlusspunkte, den diese Konzertreihe jemals erlebt haben mag. Auch wenn das Orchester bei seinem Gig die wortwörtliche Nebenrolle spielt, so ist dieser Auftritt, bei dem man den ein oder anderen Feuerregen in der Halle legt, mehr als beeindruckend.

Im Schlepptau hat er eine junge Gitarristin, die mitlerweile zu seiner Stammbesetzung gehört und ein wenig eigenen Starruhm ernten kann. Die Australierin Orianthi wurde laut Programmheft von Carlos Santana entdeckt, gefördert und spielte gemeinsam schon mit Prince und ZZ Top. Sie sollte auch die letzte Tournee von Michael Jackson, die niemals stattfand, begleiten. Bis zum ?Crossroads Guitar Festival? von Eric Clapton gelang ihr bisheriger Weg. Eine Geschichte, die sich vielleicht in ähnlicher Form auch in unserer Region noch einmal wiederholen könnte. In meinen Februar News (www.andreas-ryll.de) habe ich umfassend über ein Gitarren Talent aus der Region berichtet.

Im Jahr 2014 überzeugen die Verantwortlichen mit dem ?Rock meets Classic? Konzept und werden mich so in den nächsten Jahren wieder als Besucher vor der Bühne erleben dürfen. Ich freue mich jetzt schon auf das neuerliche Zusammentreffen von All Stars mit dem tschechischen Orchester und der Mat Sinner Band

Tschau...